Diese alte Waffe wurde aus einem Gegenstand hergestellt, der vom Himmel fiel

Im 19. Jahrhundert wurde bei einer archäologischen Ausgrabung in der Schweiz eine Pfeilspitze aus der Bronzezeit freigelegt, die aus einem unerwarteten Material bestand.

Ein äußerst kleines Artefakt aus einer Eisenlegierung, das vom Himmel fiel, wurde in der Nähe einer Siedlung geborgen. Es handelte sich zwar nicht um den der Gegend am nächsten gelegenen Meteoriten, Forscher gehen jedoch davon aus, dass er möglicherweise aus dem weit entfernten Estland stammte.

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Es stellte sich heraus, dass die unscheinbare Pfeilspitze aus einem Meteoriten gefertigt war. Beda A. Hofmann / Science Direct / Faire Nutzung

Die Pfeilspitze weist nicht nur auf die Verwendung von Himmelseisen in der Zeit vor dem Schmelzen hin, sondern verrät auch die Existenz riesiger Handelssysteme, die vor Tausenden von Jahren existierten.

Die Geologin Beda Hofmann vom Naturhistorischen Museum Bern und der Universität Bern in der Schweiz initiierte eine umfangreiche Suche nach antiken meteoritischen Eisenartefakten. Da reines Eisen in der Antike eine Seltenheit war, bestand die einzige Möglichkeit darin, das vom Himmel gefallene Eisen in Form von Meteoriten zu verwenden.

Eisenmeteoriten sind der am häufigsten vorkommende Typ. Sie können den Einfluss eines Eintritts in die Atmosphäre überstehen und bestehen im Allgemeinen aus Eisen sowie geringen Mengen Nickel und winzigen Mengen anderer Metalle. Es wird angenommen, dass die meisten in der Bronzezeit verwendeten Eisenwerkzeuge und Waffen aus Meteoriteneisen hergestellt wurden.

Im gesamten Nahen Osten, in Ägypten und in Asien wurden zahlreiche Artefakte entdeckt; In ganz Europa gab es jedoch deutlich weniger Funde.

Morigen, in der heutigen Schweiz gelegen, war während der Bronzezeit, etwa von 800 bis 900 v. Chr., eine blühende Siedlung. Das Twannberg-Feld, das Reste eines Gesteins enthält, das viele Jahre vor der letzten Eiszeit vom Himmel kam, befand sich demnach nur in kurzer Entfernung (nicht mehr als 8 Kilometer oder 5 Meilen) von Morigen entfernt Zusammenfassung der Harvard University.

Hofmann und seine Crew entdeckten an der bereits ausgegrabenen Stelle eine eiserne Pfeilspitze. Es war 39.3 mm lang und wog 2.904 Gramm. Das Team stellte fest, dass organische Rückstände vorhanden waren, bei denen es sich vermutlich um Birkenteer handelte, der wahrscheinlich zur Befestigung der Pfeilspitze am Schaft verwendet wurde. Seine Zusammensetzung war nicht von dieser Welt.

Die Analyse des Objekts hat das Vorhandensein von Eisen und Nickel bestätigt, was die übliche Zusammensetzung von meteoritischem Eisen darstellt. Darüber hinaus wurde ein radioaktives Isotop von Aluminium – Aluminium-26 – gefunden, das nur im Weltraum, zwischen den Sternen, entstehen kann.

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Die Röntgenschnitte der Pfeilspitze sind im Bild oben dargestellt. Die Bereiche mit der höchsten Dichte und Helligkeit werden als Eisen identifiziert. Beda A. Hofmann / Science Direct / Faire Nutzung

Es ist ziemlich interessant festzustellen, dass die in der Pfeilspitze vorhandene Metallkombination nicht mit dem in Twannberg gefundenen Eisen übereinstimmt. Vielmehr scheint es sich um eine Art Eisenmeteorit zu handeln, der als bekannt ist IAB-Meteoriten.

Der Ursprung der Pfeilspitze lässt sich leichter identifizieren, wenn man die großen IAB-Meteoriten berücksichtigt, von denen bekannt ist, dass sie in Europa abgestürzt sind. Drei davon haben eine Zusammensetzung, die mit der Pfeilspitze übereinstimmt: Bohumilitz aus Tschechien, Retuerte de Bullaque aus Spanien und Kaalijarv aus Estland. Diese Meteoriten sind auf den Websites des Lunar and Planetary Institute dokumentiert.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass Kaalijarv höchstwahrscheinlich mit der Beschreibung übereinstimmte. Es war um 1500 v. Chr. auf der Erde angekommen und die daraus entstandenen Stücke eigneten sich zum Schmieden zu Pfeilspitzen. Sein Standort war jedoch 1600 km (994 Meilen) von Morigen entfernt, was darauf hindeutet, dass er möglicherweise über den gereist war Bernsteinstraße.

Angesichts der großen Menge an Meteoritentrümmern, die durch die Kaalijarv-Einschläge entstanden sind, wäre es von Vorteil, Sammlungen nach Objekten zu durchsuchen, die der Pfeilspitze entsprechen, um den ursprünglichen Meteoriten zu entdecken.

Die Forscher geben an, dass die Pfeilspitze zwar möglicherweise aus Kaalijarv stammt, die Pfeilspitze jedoch höchstwahrscheinlich kein isoliertes Objekt war und dass sich in archäologischen Sammlungen in ganz Europa und möglicherweise auch andere bearbeitete Fragmente aus meteoritischem Eisen befinden, beispielsweise solche in Miniaturgröße noch weiter.


Die Studie wurde ursprünglich in der Zeitschrift veröffentlicht Science Direct Juli 25, 2023.