Einer der bemerkenswertesten archäologischen Funde ist die Entdeckung einer riesigen römischen Münzsammlung in einem Schweizer Weinberg. Ein Bauer hatte die alten Münzen vor einigen Monaten in Ueken, einer ländlichen Gemeinde im Nordosten der Schweiz, ausgegraben.

Er entdeckte sie zufällig bei der Untersuchung seiner Kirschbäume und rief daraufhin örtliche Archäologen an, die das Vorhandensein von fast 4,000 römischen Kupfer- und Silbermünzen bestätigten.
In Großbritannien werden häufig große Mengen römischer Münzen entdeckt. 2009 wurde auf einem Feld in Somerset der Frome Hoard entdeckt, eine Sammlung von etwa 60,000 rostigen Münzen.
Diese Schweizer Sammlung ist zudem eine der größten, die jemals außerhalb Großbritanniens entdeckt wurde, was sie äußerst wertvoll macht. Die Entdeckung erfolgt zudem zu einer Zeit, in der weltweit ein erneutes Interesse an Rom und römischer Geschichte besteht, wie die Entdeckung eines intakten Grabes im Oktober an der archäologischen Stätte von Pompeji zeigt.

Archäologen berichten, dass römische Münzen häufig in großen Mengen vergraben entdeckt werden, möglicherweise als zeremonielles Geschenk an die römischen Götter. Der Schatz von Frome hingegen wurde aufgegeben und war bis vor kurzem weitgehend vergessen. Obwohl die meisten Schweizer Münzen entdeckt wurden, konnte bisher kein genauer Zweck ermittelt werden.
Die Ausgräber fanden heraus, dass ihr Besitzer sie zwischen 270 und 294 n. Chr. regelmäßig vergrub und nie wieder abholte. Die Münzen wurden jedoch bald nach ihrer Einführung aus dem Verkehr gezogen. Man ging jedoch davon aus, dass sie damals zwischen einem und zwei Jahresgehältern wert waren.

Die aus Bronze und Silber bestehenden Münzen sind im Boden außergewöhnlich gut erhalten geblieben. „Der Besitzer muss diese Münzen bewusst ausgewählt haben, um sie zu horten“, Der Schweizer Münzexperte Hugo Doppler erklärte dies gegenüber der SRG. „Ihr Silbergehalt hätte in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit einen besonderen Werterhalt garantiert.“ Der Schweizer Archäologe Georg Matter war überglücklich über den Fund.
„So etwas erlebt man als Archäologe kaum mehr als einmal in seiner Karriere“, „Ich habe die Münzen gefunden, aber ich habe sie nie gefunden“, sagte er gegenüber Spiegel Online. Doch so wunderbar der Fund auch ist: Der Schweizer Bauer, der die Münzen entdeckt hat, wird seine Beute nicht behalten können.

„Er wird wahrscheinlich eine [Finderlohn] bekommen“, sagte er gegenüber Agence France-Presse, „Aber die gefundenen Gegenstände gehören nach Schweizer Recht der Öffentlichkeit.“ Die Münzen werden im auf römische Geschichte spezialisierten Museum Vindonissa de Brugg im schweizerischen Aargau ausgestellt.




