Laut Archäologen hat dieses Mausoleum jahrhundertelang kein Grabräuber mehr gestört, obwohl die nahegelegene Stätte schon oft geplündert wurde.

Vor dem Bau von Machu Picchu blühte das Wari-Reich zwischen etwa 700 und 1,000 n. Chr. in weiten Teilen des heutigen Peru auf. Zu einer Zeit, als Paris nur 25,000 Einwohner hatte, hatte Huari – die Hauptstadt des Wari-Königreichs – laut National Geographic zu Spitzenzeiten 40,000 Einwohner.
Die Reichweite des Wari-Volkes war beträchtlich, dennoch bleibt es recht mysteriös. Es ist vergleichsweise selten, dass Archäologen Gräber freilegen, die nicht von Grabräubern gestört wurden. Indem sie wertvolle Besitztümer wegnehmen, ruinieren Plünderer den archäologischen Kontext und die Details, so dass Forscher versuchen müssen, die Lebensweise früherer Gesellschaften zu verstehen.
Polnische und peruanische Archäologen sind auf ein unterirdisches Mausoleum gestoßen, das als das erste Wari-Kaisergrab gilt, das nicht geplündert wurde und jahrhundertelang mit 30 Tonnen losem Steinschüttmaterial versiegelt war.
Milosz Giersz, ein Archäologe an der Universität Warschau in Polen, enthüllte die Entdeckung einer 1,200 Jahre alten Kammer in El Castillo de Huarmey nördlich von Lima. Als er Luftaufnahmen der Stätte untersuchte, fielen ihm erstmals die schwachen Umrisse des Mausoleums auf.
Das Erkundungsteam fand bei der Ausgrabung des „Totentempels“ Reihen menschlicher Überreste in sitzender Position, bei denen es sich bei einigen möglicherweise um Opferungen handelte. In kleinen Seitenkammern trafen sie auf drei Wari-Königinnen, umgeben von kostbaren Gegenständen wie geflochtenen Goldwerkzeugen, in leuchtenden Farben verzierten Keramikgefäßen und einem Alabasterbecher zum Trinken.
Nach ihrem Tod durften die Königinnen möglicherweise nicht in Frieden ruhen. National Geographic berichtete außerdem, dass in den Überresten der Königinnen Anzeichen von Insektenpuppen gefunden wurden, was darauf hindeutet, dass ihre Mumien möglicherweise von Zeit zu Zeit der Öffentlichkeit ausgestellt und vom lebenden Wari-Volk verehrt wurden.
Nach monatelangen Ausgrabungen konnten die Archäologen mehr als tausend Objekte entdecken, darunter Halbedelsteinperlen, geschnitzte Holzgegenstände, Bronzeäxte und Schmuck aus Silber und Gold. Giersz teilte National Geographic mit, dass die Stätte noch viele Jahre lang untersucht werde.




