3,000 Jahre altes, unberührtes Grab eines „Wagenlenkers“ in Sibirien entdeckt

Die Entdeckung lässt darauf schließen, dass in der Region einst von Pferden gezogene Streitwagen eingesetzt wurden, es wurden jedoch keine gefunden.

Archäologen haben in Sibirien eine unberührte Entdeckung gemacht. Die Skelettreste eines Wagenlenkers wurden mit dem Vorhandensein eines Metallgegenstandes identifiziert, was zum ersten Mal zu Spekulationen darüber führte, dass in der Region möglicherweise von Pferden gezogene Streitwagen eingesetzt wurden.

Der sibirische Wagenlenker wurde mit einer langen Metallstange mit gebogenen Haken an beiden Enden entdeckt, die über dem Taillenbereich des Körpers lag. Archäologen glauben, dass dies einst an einem Gürtel befestigt war, um dem Wagenlenker zu helfen, die Zügel festzubinden und die Hände frei zu haben.
Der sibirische Wagenlenker wurde mit einer langen Metallstange mit gebogenen Haken an beiden Enden entdeckt, die über dem Taillenbereich des Körpers lag. Archäologen glauben, dass dies einst an einem Gürtel befestigt war, um dem Wagenlenker zu helfen, die Zügel festzubinden und die Hände frei zu haben. Bildnachweis: IAET SB RAS | Faire Nutzung.

Die Überreste, von denen angenommen wird, dass sie etwa 3,000 Jahre alt sind, wurden zusammen mit einem bronzenen Metallgegenstand mit Haken entdeckt, der vermutlich zum Fahren von Streitwagen verwendet wurde. Mit dem Haken konnte der Fahrer von der Taille aus am Streitwagen befestigt werden, so dass die Hände frei blieben. Dieses Metallstück wurde um die Taille des Skeletts herum gefunden, das seit seiner Beisetzung in der späten Bronzezeit unberührt geblieben ist.

Der 3,000 Jahre alte Wagenlenker wurde in der Region Askizsky in Chakassien in Sibirien bei Arbeiten im Vorfeld eines Eisenbahnausbaus entdeckt.
Der 3,000 Jahre alte Wagenlenker wurde in der Region Askizsky in Chakassien in Sibirien bei Arbeiten im Vorfeld eines Eisenbahnausbaus entdeckt. Bildnachweis: IAET SB RAS | Faire Nutzung.

Der Wagenlenker und andere Gräber wurden in der Nähe des Dorfes Kamyshta in Sibirien entdeckt. Archäologen haben jahrelang dieses Gebiet ausgegraben, bevor Pläne zum Ausbau der Eisenbahnlinie umgesetzt wurden. Bisher wurden im Grabbereich keine Streitwagen gefunden. Der Gegenstand ähnelt jedoch denen, die bei Wagenlenkern aus der Bronzezeit in der Mongolei und in China gefunden wurden.

Die Menschen aus der Bronzezeit der Lugav-Kultur waren hauptsächlich Viehzüchter und wurden später in der frühen Eisenzeit durch die Skythen der Tagar-Kultur ersetzt.

Zu dem Grab gehörten laut einer Pressemitteilung auch ein Erdhügel über einem quadratischen Steingrab, ein Bronzemesser und „Bronzeschmuck aus Bronzeplatten mit charakteristischer halbkugelförmiger Plakette“.

Das Grab enthielt einen sibirischen Wagenlenker sowie Grabbeigaben, darunter ein bronzenes Gürtelstück, einen Dolch und Schmuck.
Das Grab enthielt einen sibirischen Wagenlenker sowie Grabbeigaben, darunter ein bronzenes Gürtelstück, einen Dolch und Schmuck. Bildnachweis: IAET SB RAS | Faire Nutzung.

Die Forscher erklärten in einem übersetzte Aussage, dass sie glauben, dass Bestattungen in dieser Region seit vier Jahrhunderten erlaubt sind, und die Gräber zeigen drei Phasen der späten Bronzezeit, die etwa im 11. Jahrhundert v. Chr. lag. Zu diesen Phasen gehören der Übergang der Karauk- zur Lugava-Kultur, die mittlere Phase mit der Lugava-Kultur und die letzte Phase mit Merkmalen der Banino-Phase der Tagar-Kultur.

In der Gegend wurden bisher keine Streitwagenfunde gemacht. Dennoch waren Pferdefuhrwerke in der Region bekannt. Die Kultur der damaligen Zeit errichtete Steingräber mit verlängerten Wänden, die einer Kutsche oder einem Schlitten ähnelten. Das Team beabsichtigt, Ausgrabungen fortzusetzen, um weitere Einblicke in die Bestattungsbräuche dieser Zeit zu gewinnen.

Diese Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten zum Verständnis der Mobilitäts- und Handelsnetzwerke antiker Zivilisationen.