Wer ist „Shimon“? 2000 Jahre alte Steinquittung in Jerusalem ausgegraben

Heutzutage bestehen die meisten Quittungen aus Papier, doch vor etwa 2,000 Jahren wurden wichtige Finanzunterlagen auf einem viel schwereren Material aufgezeichnet: Stein.

An der archäologischen Stätte der Davidsstadt in Jerusalem wurde eine 2000 Jahre alte Steinquittung ausgegraben. Die Tafel wurde als Teil der frühen Römerzeit in der Stadt (37 v. Chr. – 70 n. Chr.) identifiziert und enthält Aufzeichnungen einer antiken Finanztransaktion, teilte die israelische Altertumsbehörde mit.

Der 3.5 Zoll lange (9 Zentimeter) Stein ist mit der Finanzaufzeichnung beschriftet. Bildquelle: Eliyahu Yanai / City of David / Fair Use
Der 3.5 Zoll lange (9 Zentimeter) Stein ist mit der Finanzaufzeichnung beschriftet. Bildquelle: Eliyahu Yanai / Stadt Davids / Faire Nutzung

Der Stein wurde 2016 bei einer Bergungsgrabung auf der Pilgrimage Road, einer damals häufig befahrenen Hauptverkehrsstraße, in einem Trümmerhaufen gefunden. Um die Wende des ersten Jahrtausends, als Jerusalem und die umliegende Region eine Provinz des Römischen Reiches waren, war diese Straße wahrscheinlich ein Handelsknotenpunkt, wie aus früheren Funden von Steingewichten und Messtischen hervorgeht, die wahrscheinlich Teil des antiken Handels waren.

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Eine Darstellung der Pilgerstraße in Jerusalem während der Zeit des Zweiten Tempels (516 v. Chr. bis 70 n. Chr.). Bildquelle: Shalom Kveller / City of David Archives / Faire Nutzung

Die Straße erstreckte sich über etwa eine Drittelmeile (600 Meter) und verband das Stadttor Jerusalems mit den Toren des Tempelbergs und des Zweiten Tempels, den die Römer im Jahr 70 n. Chr. zerstörten.

Die sieben teilweise erhaltenen Zeilen der Inschrift enthalten fragmentarische hebräische Namen mit daneben geschriebenen Buchstaben und Zahlen.

Eine Zeile enthält das Ende des Namens „Shimon“, gefolgt vom hebräischen Buchstaben „mem“, und in den anderen Zeilen befinden sich Symbole, die Zahlen darstellen. Einigen Zahlen ist ihr wirtschaftlicher Wert vorangestellt, ebenfalls gekennzeichnet mit dem hebräischen Buchstaben „mem“, einer Abkürzung für ma'ot (hebräisch für „Geld“).

Es ist wahrscheinlich, dass derjenige, der die hebräische Schreibschrift angefertigt hat, ein scharfes Werkzeug für den Kreidesteindeckel verwendet hat. Andererseits sind Archäologen immer noch dabei, herauszufinden, wer „Shimon“ war.