Forscher der Stiftung zur Dokumentation der Felszeichnungen von Bohuslän machten in der schwedischen Provinz Bohuslän einen bemerkenswerten Fund: eine große Petroglyphenschnitzerei.

Felskunst kann durch Schnitzen, Schaben oder Abschleifen eines Teils einer Steinoberfläche geschaffen werden, um eine Petroglyphe zu bilden.
Früher wurde angenommen, dass das Einschnitzen von Petroglyphen ein Hinweis auf religiöse Praktiken sei. Neuere Forschungen deuten jedoch darauf hin, dass diese Bilder nicht nur zur Demonstration kultischer Rituale, sondern auch zur Dokumentation von Kulturgeschichte und sozialer Struktur verwendet werden können.
Während die Archäologen eine Felsplatte auf einem Feld untersuchten, entdeckten sie unter den Moosschichten das Fragment eines Gefäßes.

Nachdem das Moos entfernt worden war, fanden die Forscher eine 15 Meter lange Petroglyphe mit 40 eingravierten Figuren. Die Petroglyphe zeigte Schiffe, Pferde, Menschen und Streitwagen, wobei insgesamt dreizehn Schiffe, neun Pferde, sieben Menschen und vier Streitwagen identifiziert wurden.
Der Archäologe Andreas Toreld bemerkt, dass auf einem fast senkrechten Felsvorsprung zwei große Figuren mit tiefen Schnitzereien stehen. Er stellt außerdem fest, dass die Motive zwar nicht außergewöhnlich sind, wohl aber der Ort ihrer Positionierung. Bei den beiden Figuren handelt es sich um ein zwei Meter langes Schiff und ein über einen Meter großes Individuum.
Die Petroglyphe, die während der Blütezeit der Steingravur in der nordischen Bronzezeit entstand, wurde schätzungsweise zwischen 700 und 800 v. Chr. angefertigt.

Die Provinz Bohuslän ist weithin bekannt für ihre Fülle an Petroglyphen, die viele Aspekte des Lebens darstellen, wie Menschen, Landwirtschaft, Jagd und Fischerei, Kulte, Religion (z. B. das Sonnenkreuz), Karren, Schiffe und Waffen.
Die lineare Anordnung der Figuren ließ die Forscher vermuten, dass sie von Handwerkern geschaffen wurden, während sie sich auf einem Boot befanden. Damals handelte es sich bei der Felsformation um eine Insel, auf der direkt über der Wasserlinie die Petroglyphe eingraviert war, die von einer dunklen Schicht aus Cyanobakterien bedeckt war.




